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Mehr als nur die Töne beherrschen

Veröffentlicht am: 6. März 2015

Ein weiterer Besuch galt dem MGV Geistingen 1874 e.V. (Chorverband Rhein-Sieg) im Sieg-Rheinischen-Hof in Geistingen. Die vom versierten Chorleiter Pavel Brochin geleiteten Sänger, die durchaus mit einem gewissen Stolz auf das 140-jährige Bestehen zurückblicken können (das ist historisch und noch mehr musikalisch gemeint!), legen die Hände wahrlich nicht in den Schoß. Das zeigten die motivierten Sänger nach einem instruktiven Anschauungsunterricht, mit dem Brochin sie gezielt und nachhaltig auf die lebendige Chorprobe einstimmte. Als ausgewiesener Stimmbildner tut er alles, um den Stimmapparat zu trainieren, um auf diese Weise die Stimmen auf das Singen einzustimmen und sorgfältig zu präparieren. Mit der sinnfälligen, gut singbaren, sehr melodischen und damit harmonisch berührenden „Vater unser-Messe“ des Steiermärker Chorkomponisten Lorenz Maierhofer (1956) hat der Dirigent eine wirklich schöne Partitur ausgesucht. Sie macht sozusagen den Interpreten und der Gemeinde gewiß viel Freude. Es ist eine Sammlung von deutschen Chorstücken, die für die kirchenmusikalische Praxis gedacht und geschrieben ist. Sie kann a-cappella ausgeführt oder von Orgel und Streichern begleitet werden. Von den glaubensfrohen und gehaltvollen Liedsätzen waren bei der Chorprobe das Kyrie „Herr, erbarme Dich“, das Gloria „Ehre sei Gott“, das Sanctus „Heilig, heilig“ und das Segenslied „Auf allen Wegen“ zu hören.
Obwohl Brochin vieles lobte, wünschte er sich hin und wieder etwas mehr Präsenz in der Stimmgebung, bei der Rhythmik, beim Herausarbeiten von Stimmkontrasten und letztlich bei der sorgfältigen Diktion. Die Tenöre, an diesem Abend unterbesetzt, schlugen sich dennoch wacker und befolgten wie auch die Bässe den wohlgemeinten Rat des durchaus zufriedenen Chorleiters. Das Herzstück der gelungenen Chorprobe war ganz ohne Zweifel die von John Miles in furioser Manier vertonte Rockballade „Music“, die der Dirigent vorzüglich arrangiert hat. Die Stakkato-Ketten „Hörst du die Musik tief in dir“ geht immer wieder unter die Haut! Den Sängern ist anzuhören, dass sie sich mit dieser beeindruckenden Ballade längst angefreundet haben. Damit beherzigen sie Brochins „Credo“, dass man mehr als die Töne beherrschen muss wenn es Musik werden soll. Der Dirigent stimmte mit dem trunkenen „Grad aus dem Wirtshaus“ ein weiteres Arrangement aus seiner Notenfeder an. An diesem Singspaß und den Trinkliedern „Ich weiß ein Faß in einem tiefen Keller“ in der Chorbearbeitung von Heinz Erhard (1905-57) sowie „Freunde, lasst uns trinken“, das Reinhard Mey in den achtziger Jahren so populär gemacht hat und von Pasquale Thibaut für Chorstimmen gesetzt worden ist, zeigte man ebenfalls ein ausgeprägtes Stimmgespür. Vizechorleiter Erich Schmitz dirigierte einen georgischen Jubelchor, nachdem der zweite Vorsitzende Andreas Eul die Geburtstagkinder Pavel Brochin (49) und Karl-Heinz Lehrmann (73) in den Kreis der Sänger beordert hatte.
Walter Dohr

Kategorie: Chorlive.
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