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Es geht eine helle Flte, der Frhling ist ber dem Land

Verffentlicht am: 22. Mai 2010

Auf dem Weg zur Troisdorfer Burg Wissem zwitscherten am Muttertag die Vgel und die Sonne lugte so lange hervor bis der letzte Ton des Frhlingssingens verklungen war. So standen die Vorzeichen zum Besten und man htte sogar einen Blumenstrau pflcken knnen, so schn standen die Frhlingsblumen rund um die erwhnte Burg in Pracht. Viele Hrer/innen, die sich whrend des Singens als stimmlich gut disponierte Snger/innen prsentierten, erhielten sogar einen herzlichen Applaus vom Troisdorfer Kammerchor und von Manfred Hilger, der als Chorleiter, Liedbegleiter und launiger Programmfhrer fungierte. Das gelungene Singen hatte einen klangfrischen Swing als Lob auf die Musik zum Auftakt, bei dem sich der Kammerchor und die Jazz-Combo Klner groove Kontor (die nach dem Singen bei Kaffee und Kuchen Kostproben ihres Knnens ablieferten) auf Anhieb verstanden und den heiteren Charakter der liebenswerten Matinee im geflasterten Burghof (bei schlechtem Wetter wre man in die benachbarte Remise ausgewichen) vom ersten Ton an betonten.
Danach stimmten die gut aufgelegten Choristen/innen mit den stimmfeinen Liedstzen Das Lieben bringt gro Freud (Friedrich Silcher) und Es tagt, der Sonne Morgenstrahl weckt alle Kreatur (Werner Gneist) ihren singenden Frhlingsgru an. Diese beiden Stze wie auch die Silcherlieder Loreley, In einem khlen Grunde und nnchen von Tharau sind Exempel dafr, dass die Grezne zwischen mehrstimmig komponierten Lied- und Chorstzen oder Chorbearbeitungen und den eigentlichen Volksliedern flieend sind. Zeitgenssische Komponisten wie Rudolf Desch, Arnold Kempkens, Klaus Ochs, Hans Heinrichs, Kurt Lissmann oder Paul Zoll haben Volkslieder zu Chorstzen vertont und so geht es auch den schlichten und romantisierenden Liedstzen, die lngst zum Volksliedgut geworden sind. Es ist ein schnes Motiv- und Wechselspiel, das diese vertrauten Lieder zum Erbe macht und immer lebendig hlt.
Manfred Hilger entpuppte bei den humorigen Zeilen von Wilhelm Busch und Christian Morgenstern als gewitzter Komponist, der haargenau aufs Wort und die Pointe komponiert. Das Kunststck besteht darin, hellwach bei ihrer Interpretation zu sein. Davon leben die ausgefuchsten Miniaturstcke, die einem gewollt oder ungewollt das Leben schwer machen. So stolziert der Hund mit Onkels Schlips umher, wird die Katze im Nachbarhaus in den Kamin gefegt (dazu fegte einer der Snger ganz eifrig mit dem Besen durch den Hof) oder wedelt der Esel mit dem Hinterteil, um den naseweisen Buben seine Verachtung zu zeigen. Das Ganze gipfelt im Fabeltier Nasobem und dem Schnupfen, der auf der Terrasse auf Opfer lauert. Ein heiterer Singspa, der zudem die Singstimmen schult. Die bedacht ausgesuchten Volks- und Frhlingslieder und die polnische Volksweise Die Mazurka lockt (Basssolo: Vorsitzender Hubertus Meyer) machten das musikalische Frhlingserwachen zu einem wahren Vergngen.
Walter Dohr

Kategorie: Chorlive.
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