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Nur wer die Leiden durchlebt, wird wahrhaft auferstehen

Veröffentlicht am: 23. Februar 2010

Die CD-Aufnahmen des Jubiläumskonzerts zum 35-jährigen Bestehen des Troisdorfer Kammerchores in der Troisdorfer St. Hippolytus-Kirche stellen für die Sängerinnen und Sänger und ihren ambitionierten Chorleiter eine weitere musikalische Etappe auf dem langen Weg durch die Messen, Requien, Oratorien und Passionen quer durch die ganze Chorliteratur dar. Dabei ist weniger Mozarts berühmtes und bekenntnishafte Requiem gemeint, sondern vielmehr die beeindruckende Komposition „Kreuz und Tod“ von Chorgründer, Dirigent und Komponist Manfred Hilger (Jahrgang 1942). Er hat sich den Kopf darüber zerbrochen, was er dem Salzburger Genius musikalisch und programmatisch gegenüberstellen könnte.  Das kompositorische Resultat, das auf unmittelbare Weise die schauerlichen Leiden und schrecklichen Folterqualen und die Erlösung und Auferstehung durch den bitteren Kreuzestod aufgreift, ist die erwähnte Komposition.
Doch zuerst möchte ich Mozart die Ehre geben, die ihn gebührt. Der Troisdorfer Kammerchor hat das Requiem verinnerlicht und gibt ihm die meisterhaften Züge, die ihm eigen sind. So gerät es zu einem von tiefer Schwermut und einer gewissen Verklärtheit getragenen Duktus, der das Spätwerk (über das Mozart selbst gestorben ist) letztlich unsterblich gemacht hat. So wie Mozart zu einer großen Persönlichkeit gereift war, so ging und geht der Kammerchor interpretatorisch mit den großen Werken um. Manfred Hilger erntet die Früchte, die er vor mehr als drei Jahrzehnten gesät hat. Das Sinfonieorchester Bonn/Köln und das Soloquartett Anke Lambertz (Sopran), Dagmar Linde (Alt), Hein Heidbüchel (Tenor) und Paul Bindels (Bass) sind ebenbürtige Interpreten und machen das Requiem zu einem echten Genuß.
Doch was die Besetzung des Orchesters und der Solointerpreten angeht, hatte der engagierte Dirigent schon immer ein Faible. Für die authentische Aufführung seiner „konzeptionellen und integrativen“ Komposition sind es auf jeden Fall adäquate Interpreten. Das expressive und aufrüttelnde Werk Hilgers verlangt den Chorstimmen, Alt- und Basstimme und dem Orchester vieles an rhythmischer und dissonanter Prägnanz und Präsenz ab, die in markanten und eindrucksvollen Sprechcollagen gipfelt. Das Leiden des Gekreuzigten und die Erlösung nach allen Schmerzen und Gräueltaten ist eine  tiefberührende und dramatisch aufgeladene Collage, die auch meditative Ruhepunkte einschließt. Doch Hilger hat sich nicht damit begnügt, die Bachchoräle aus der Matthäus-Passion auf sinnfällige Weise auszusuchen. Er hat vielmehr einige Choräle mit einer eigenen Melodie und Sprech- und Rufsequenzen für Chor und Solostimme versehen, selbst komponierte Motetten und sogar ein romantisierendes „Stabat mater“ vertont, dass das ganze musikalische Geschehen zu einem einzigartigen Kreuzweg werden läßt, der versöhnlich mit „Wer so stirbt, der stirbt wohl“ ausklingt. Fazit. Ein musikalischer Volltreffer zum Jubläumskonzert!

Walter Dohr

Kategorie: Chorlive.
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