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Komponist scheut keine neuen Wege

Veröffentlicht am: 22. Februar 2010

Manfred Hilger, Musikpädagoge, Chorleiter, Dirigent und Komponist, der mit Recht stolz auf den von ihm vor mehr als 35 Jahren gegründeten Troisdorfer Kammerchor ist und der verblüffend viel erreicht und gesungen hat, sucht bewußt die Herausforderung und geht dabei neue Wege. Ich denke dabei an die gewagte und äußerst ausdrucksvolle Komposition „Kreuz und Tod“ für vierstimmigen gemischten Chor, Alt- und Bassolo und Orchester, die ich als eine gelungene Kantate oder aber Passion vom Leiden und der Auferstehung des Heilands ansehen möchte. Der Komponist hat in dieser Komposition aus dem Jahre 2009, Choräle aus der Matthäus-Passion von Joh. S. Bach und selbst komponierte Motetten zu einer integrierten Gesamtkomposition zusammengefügt und mit großer Phantasie und Kreativität ausgestaltet.
Der Komponist beschritt mit dem fesselnden Werk bewußt neue Wege und eröffnete dem Kammerchor dadurch völlig neue Perspektiven. Dabei ging es ihm nicht mehr alleine um traditionelle Harmonien und um herkömmliche Satzkünste und Satzmuster, sondern viel mehr um dissonante Satzweisen und avantgardistisch anmutende Sprechcollagen, die ein beliebtes und häufig praktiziertes modernes Ausdrucksmittel sind. Die Sängerinnen und Sänger lernten dabei sehr ausgiebig, dass eine solch gewagte Komposition nun einmal von solchen expressiven Ausdrucksformen lebt. Manfred Hilger, Komponist und Chorpädagoge in einer Person, mußte bei der intensiven Chorarbeit (vor allem bei den gemeinsamen ausdrucksbetonten Sprechcollagen) ein Vierteljahr und mehr wirkliche Überzeugungsarbeit leisten.
Schließlich konnte der engagierte und kreative Komponist mit sich und dem Kammerchor mehr als zufrieden. Man scheute sich nicht mehr davor, in der Kirche („einem heiligen Ort“) zu flüstern, zu rufen oder sogar zu schreien, um der Partitur in all ihren Ausdrucksformen auch wirklich gerecht zu werden. Mit anderen Worten: Chor und Dirigent hatten sich auf das beeindruckende Werk eingelassen und sich sogar auf seinen Duktus eingeschworen. Der riesige Erfolg beim Konzert im November 2009 gab ihnen letztlich recht und belohnte alle für ihre Anstrengungen. Manchmal muß man „leiden“, um Großes zu erreichen und zu erleben.

Walter Dohr

Kategorie: Chorlive.
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