Ich will den Namen Gottes loben
Veröffentlicht am: 1. Juli 2010
Ein ausreichendes Ansingen, wie das Dirigent Manfred Hilger mit den Sängerinnen und Sängern in der katholischen St. Nikolaus-Kirche in Bremen-Gröpelingen vor der musikalischen Ausgestaltung einer Vorabendmesse in bewußter Manier absolvierte, hatte einen doppelten Grund. Bei morgendichen Festmessen ist dies noch mehr vonnöten. Die Experten bringen es auf die lapidare Formel, dass das Singen in einem Hochamt eigentlich „klingender Unsinn“ sei. Sie raten deshalb dazu, anzusingen, da die Stimme bekanntlich zwei Stunden später aufsteht. Das alles weiß der gewiefte Chorleiter, der mit dem Troisdorfer Kammerchor in den Jahren seit seiner Chorgründung im Jahre 1974 u.a. schon in den größeren Städten und Domkirchen in Paris, Brüssel, Hamburg, Budapest, Gent, Brügge, Antwerpen, Würzburg, Kassel oder Trier aufgetreten ist. Aber noch ein weiterer entscheidender Aspekt kommt bei diesem überlegten musikalischen Gebaren hinzu. Beide, Chordirigent und Chor müssen sich an die Akustik und Klangverhältnisse gewöhnen und ihr musikalisches Tun gezielt darauf abstimmen.
Das galt auch die heimische Organistin Patrizia Student, die den Troisdorfer Kammerchor bei dem einen oder anderen Chorwerk begleitet. Auch hier ist nicht immer Gemeinde- gleich Chorbegleiter und das Singen in einer kleineren Kirche oder einer ungleich größeren Kathedrale macht schon einen erheblichen Unterschied. Doch da hatte Manfred Hilger alles richtig gemacht und ließ seinen gut disponierten Chor aussingen, der sich auch nicht vor den Steigerungen und Stimmläufen in Joh. S. Bachs Jubelhymnus „Ich will den Namen Gottes loben“ (der so gar nicht so nach Bach klingt) scheute und mit geschlossenem Stimmklang auftrat. Davon lebten auch die durchkomponierten Chorwerke „Crucem sanctam“ von Michael Haydn (wenn man an dessen schlichte deutsche Liedmessen denkt, eine solch herrlich gelungene Komposition nicht unbedingt zutraut) und das freudig gehaltene „Alles, was ihr tut“ aus der gleichnamigen Kantate von Dietrich Buxtehude.
Dieser große norddeutsche Genius, zu dem sogar Joh. S. Bach gepilgert ist, um sein musikalisches Handwerk noch mehr reifen zu lassen, war in der berühmten Marienkirche zu Lübeck ansässig, einer anderen stolzen Hansestadt. Die Kaufleute nutzten auf ihrem morgendlichen Weg zum Kontor diese weithin gerühmte musikalische Wirkungsstätte (die ihresgleichen suchte), um dem norddeutschen Orgelvater ihre „Aufwartung zu machen“ und bei dessen meisterlichen Orgelspiel zuzuhören. Aber nicht nur die Morgenmusiken fanden ein breites Publikum, auch die Abendvespern trafen auf viele offene Ohren und Herzen. Der Lobpreis in der St. Nikolaus-Kirche wurde außerdem durch die innige Eucharistie-Motette „Ave verum“ des Salzburger Kirchenkomponisten und Wunderkindes W. A. Mozart sowie dem Jubelgesang „Ehre sei Gott“ von Friedrich Solcher ergänzt. Der Pfarrer hatte während des Gottesdienstes junge Leute für die Sozialarbeit in Lateinamerika und Russland entlassen.
Walter Dohr
1-tägige musikalische Schulung
Thema: Gesangsstilistik, Dozentin: Claudia Rübben-Laux, Thema: Literatur im Wandel der Zeit, Dozent: Gerhard Schneider
Toni singt - Basisschulung
Chorkreis Lünen-Lüdinghausen:



