Träume werden doch noch wahr
Veröffentlicht am: 16. Mai 2010
Es lohnt sich daran zu glauben, dass die Träume auch noch wahr werden. Für den Chorvorsitzenden Rainer Engberding in Erfüllung gegangen. Wenn man die schmucke Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum des Gesangvereins „Eintracht“ Adendorf (Gemeinde Wachtberg) durchblättert,
die unter dem Motto „Den Wurzeln verbunden und Neues wagen!“ steht, stößt man unwillkürlich auf eine unglaubliche Geschichte. Natürlich wird in der besagten Festschrift über den gesanglichen Fleiß der Adendorfer Sänger berichtet und darüber dass der Ehrenvorsitzende Matthias Cremerius mehr als vier Jahrzehnte die Vereinsgeschicke gelenkt und dem vor 10 Jahren der jetzige Vorsitzende Rainer Engberding folgte. Dieser hatte den Vorsitz mit dem Vorsatz angetreten, ein „anderer Vorsitzender zu sein“ und neue Wege zu suchen und auch zu beschreiten. Er muss schon zu dieser Zeit felsenfest davon überzeugt gewesen sein, dass irgendwie zu bewältigen und umzusetzen, obwohl das Ganze doch stark visionäre Züge hatte.
Doch er war von seiner Idee (die ihm vielleicht doch geträumt hat) so besessen, dass er seine Vorstellungen konkretisierte und den für neue Ideen aufgeschlossenen Dirigenten Alfons Gehlen für sein einzigartiges Vorhaben gewinnen konnte. An dieser Stelle muss ich nun die Katze aus dem Sack lassen. Rainer Engberding, der in der erwähnten Chorchronik die Verdienste der früheren Generationen würdigt und die Freude und den Leistungswillen der Sänger im Zusammenhang mit den Burg- und Weihnachtskonzerten in Adendorf niedergeschrieben hat, wollte ein Musical über die „Kannebäcker“ schreiben und der versierte Chorleiter sollte die Musik dazu komponieren und das Werk einstudieren. Jeder in Adendorf weiß, wer die Kannebäcker waren, die als hochgelobte Töpfer Arbeit suchten und ins Wachtberger Ländchen auswanderten. Für die einheimischen Töpfer, die heute noch dieses edle Handwerk betreiben, war das ein ungewollter Zustand. Denn er bedrohte ihr Leben und ihren Alltag und auch die Kannebäcker schauten skeptisch in die Zukunft.
Doch man gewöhnte sich an die „Eindringlinge“, denen man bei der Begrüßung am liebsten die Pest an den Hals gewünscht hätte und die sich „in der angestammten Heimat hätten vermehren sollten“. Heute gibt es immer noch Familien in Adendorf, bei denen die Namen an die Vorfahren aus dem Westerwald erinnern, die auch die Töpferkunst in die Kreisstadt Siegburg gebracht haben. Was mich wirklich erstaunt, ist die große Begeisterung für dieses Musical voller Herz und Gemüt, an dem Sängerinnen und Sänger aus Adendorf (weibliches Projekt-Ensemble) und Queckenberg (Stadt Rheinbach) mitwirkten. Vor zwei Jahren wurde es im Schulzentrum in Wachtberg-Berkum als außergewöhnlicher Erfolg uraufgeführt. Es hat nicht nur ein ganzes Töpferdorf in den Bann gezogen, so dass sich inzwischen ein stattlicher Chor aus Männer- und Frauenstimmen gegründet hat, dem eine gute Zukunft beschieden ist.
Walter Dohr
1-tägige musikalische Schulung
Thema: Gesangsstilistik, Dozentin: Claudia Rübben-Laux, Thema: Literatur im Wandel der Zeit, Dozent: Gerhard Schneider
Toni singt - Basisschulung
Chorkreis Lünen-Lüdinghausen:



