Vor 30.000 Pilgern auf dem Petersplatz gesungen

Veröffentlicht am: 6. April 2010

IgnatioDie Sänger der Chorgemeinschaft „Germania“ Siegburg und mit ihnen die mitgereisten Freunde, Bekannte und Gäste, die eine 150köpfige Reisegruppe ausmachten, sind wohlbehalten und voller Eindrücke zurück aus der „Ewigen Stadt“.

Man hatte das große Glück, dass man bei der Papstaudienz auf dem Petersplatz unmittelbar an der Fahrstrecke des Papamobils saß. Ob sich die Gesangskunst der Chorgemeinschaft schon bis nach Rom herumgesprochen hatte? Jedenfalls hatte man so direkten Blickkontakt mit dem Hl. Vater Benedikt XVI, der ganz dicht an ihnen vorbeifuhr, die Reisegruppe segnete und von 30.000 Pilgern bejubelt wurde. Als die Gruppen aufgerufen wurden, erhob man sich „wie ein Mann“ und ließ unter der bewährten Leitung von Chordirektor Stefan Wurm und unter großem Beifall das im Jahre 1876 vom Siegburger Kirchenliedkomponisten Hermann Joseph Mohr (1834-92) vertonte „Ein Haus voll Glorie schauet“ erklingen.
Radio Vatikan hatte den Auftritt aufgenommen und auf Großleinwände vor die Kolonnaden projiziert. Endlich waren die Probleme des Hinflugs vergessen, als eines der Flugzeuge zum Frankfurter Flughafen zurückkehren musste. Am Vorabend der Generalaudienz hatte man die Ehre, eine Messe im Petersdom musikalisch auszuschmücken. Die 60 Sänger hatten in der Apsis einen unvergleichlichen Blick auf den von Gian Lorenzo Bernini geschaffenen Kathedra-Altar (Reliquienschrein des Stuhls Petri). Er wird überragt vom berühmten Alabasterfenster, das eine Taube als Symbol des Heiligen Geistes zeigt. Auf der Gegenseite konnte man den Papstaltar mit dem hohen Bronzebaldachin über dem Grab des heiligen Petrus erblicken und darüber die gewaltige Kuppel. Die Sänger und ihr Dirigent ließen dadurch inspirieren und so war es kein Wunder, dass die vielen Besucher mit viel Beifall dankten.
Die Jesuitenkirche „San Ignazio“ ist eine der schönsten Barockkirchen Roms und ist berühmt durch die Deckengemälde von Andrea Pozzo. Obwohl das Kirchenkonzert erst um 21.00 Uhr begann, wollten mehr als 500 Besucher die „Germania“ hören, die mit einem abwechslungsreichen Programm begeisterte. Choralhafte Kirchengesänge alter Meister (achtstimmiges „Popule meus“ von Tomaso L. Vittoria), altrussische Liturgiegesänge (in der Originalsprache gesungen) und Spirituals in deutscher, englischer und französischer Sprache interpretiert, begeisterten die Zuhörer wie auch die Soli von Chorbariton Klaus Lüdke. Wieder einmal gab es „standing ovations“, die ebenfalls Dirigent Stefan Wurm sowie die Organisten Heinz Dieter Paul und Harry Herchenroth genießen konnten. Weitere Auftritte absolvierte man am Grab des Apostels Paulus in der fünfschiffigen Basilika „St. Paul vor den Mauern“ und der Kirche „Santa Maria Maggiore“. An der weltberühmten „Spanischen Treppe“ freuten sich zahlreiche Touristen über ein heiteres Volkslieder-Potpourri. Trotz des „Musikmarathons“ blieb noch Zeit, die schönsten Plätze und Bauwerke zu besichtigen.

Hans-J. Bargon/Walter Dohr





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